Vier Fäuste für
ein Filmprojekt
Sie sind preisgekrönt, weltweit erfolgreich - und bangen doch um jeden neuen Dokumentarfilm: Bertram Verhaag und Claus Strigel von der Münchner Denkmal-Filmgesellschaft.
Von Martin Rasper
zur
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In Großbuchstaben springt es einem entgegen: ACHTUNG! ERST DAMPF ABLASSEN, DANN SCHÄUMEN! Der Hinweis im mit Fünfziger-Jahre ausstaffierten Besprechungs- und Vorführraum bezieht sich primär auf die Espressomaschine, taugt aber auch als Metapher für deren Besitzer. Denn die vereinen Gelassenheit mit kämpferischem Stehvermögen. Und das ist nicht der einzige Widerspruch, den Claus Strigel und Bertram Verhaag, Geschäftsführer der Denkmal- Filmgesellschaft in München, seit über zwanzig Jahren auf kreative Weise aushalten. "Ein Claus Strigel und Bertram Verhaag Film" steht auf den Plakaten und im Abspann der Werke der Autorenfilmer. Auftritt immer zu zweit - unabhängig davon, in welchem Maße die beiden an den einzelnen Projekten beteiligt sind. Ein Relikt aus den Kollektiv-Zeiten der 70er Jahre. "wenn ein Film als von uns beiden gemacht bezeichnet ist, war's immer etwas schwierig, für sich persönlich die Befriedigung rauszuziehen", gibt Bertram Verhaag zu. Sie haben sich den Anspruch, die |
widersprüchlichen Parameter Kollektivgeist und künstlerische Individualität auf einen Nenner zu bringen, einige Energie kosten lassen. "Aber im Laufe der Zeit", erklärt Verhaag den Lohn der Ausdauernden, "hat sich da eine besondere Art der Zusammenarbeit herausgebildet. jeder hat seine eigene Handschrift, und wir arbeiten uns dennoch gegenseitig zu." Details über die Konfliktbewältigung werden nicht erzählt - aber irgendwo müssen die zerfurchten Stirnen und die lichten Haarschöpfe ja herkommen. Vielleicht stammen sie aber auch von einem anderen Widerspruch - dem für den Zustand der ganzen Dokumentarfilmbranche vielleicht bezeichnendsten: Künstlerisch ist Denkmal- Film mit zwei Grimme- und unzähligen anderen Preisen äußerst erfolgreich - als nächstes kommt der"civis-Preis für Leben in der kulturellen Vielfalt" für den Film "Blue-eyed - Blauäugig" am 9. Dezember. "Aber die vielen Preise", seufzt Bertram Verhaag, "haben eben nicht zur Folge, daß die Redaktionen auf der Matte stehen und sagen: Toll, was ihr macht, hier ist das nächste Projekt! Ein neues Filmprojekt durchzusetzen, ist im Grunde jedesmal der gleiche Kampf" |
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Und die Bilanz nach zwanzig Jahren?
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