Vier Fäuste für
ein Filmprojekt
Sie sind preisgekrönt, weltweit erfolgreich - und bangen doch um jeden neuen Dokumentarfilm: Bertram Verhaag und Claus Strigel von der Münchner Denkmal-Filmgesellschaft.
Von Martin Rasper
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Selbst wenn Dokumentarfilme hierzulande hohe Quoten haben, werden sie geringgeschätzt. Die Dokumentarfilmserie Unter deutschen Dächern (ARD) etwa habe teilweise genauso viele Zuschauer wie das Kleine Fernsehspiel (ZDF), nämlich vier bis fünf Millionen - dabei werde sie mit einem Bruchteil des Geldes produziert. Folgen des Mißverhältnisses: Schlechte Ausstattung, Einschränkungen bei Dreh und Produktion, zu kurze Produktionszeiten. Aber Claus Strigel will gar nicht jammern. Vor allem will er kein pflichtschuldiges Interesse. Wenn jemand den Bildungsauftrag der Öffentlich- Rechtlichen allzu sehr betont, wittert er Mitleid: "Das ist ja das Gefährliche, was dem Dokumentarfilm anhängt: Das ist der Film, den man sehen sollte, der ist politisch wichtig - aber halt eine Pflichtübung. Und das ist Quatsch!" |
Standbild. Was der Münchner bei den meisten Dokumentationen vermißt, ist ganz einfach der "Lustaspekt". Er ist Überzeugt, "daß Dokumentarfilm ein ganz spannendes Genre sein kann, das sich die Leute auch freiwillig anschauen." |
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Zeitlupe. Der Verzicht auf Kommentar ist vielleicht das auffälligste gemeinsame Stilmittel von Strigel und Verhaag. Ihre Filme bekommen dadurch eine eigentümliche Spannung. Weiteres Merkmal: der suggestive Einsatz von Kameraführung, Schnitt und Musik, der den |
?WIE GEHT'S DEM DEUTSCHEN FILM? Sie kritisieren, daß die Medienpolitik sich nur an den Interessen derTV- Anstalten und Medienkonzerne orientiere. Was sind die Interessen der Produzenten? ! Wir wünschen uns ein Fernsehen, das primär ausgerichtet ist auf deutsche Serien- und Spielfilm- Produktionen und die Etats dafür auch ausreichend ausstattet. Wir wünschen uns eine Stärkung der Produktion gegenüber der Distribution. |
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? Wie sehen die Produzenten ihre Zukunft auf dem neuen digitalen Bezahl- Fernsehmarkt? Das Pay-TV kann für uns Gefahren, aber auch Chancen in sich bergen. Gefährlich wird es, wenn das Pay-TV sich auf große Sportereignisse und in Hollywood georderte Filme konzentriert. Die Sender bezahlen aus reinen Prestigegründen für Hollywood- Filmpakete ohnehin viel zuviel, obwohl die Pakete nur ein paar Hits, größtenteils aber mittelmäßige Ware enthalten. Da scheinen sich die Medienkonzerne in eine sehr problematische Ecke manövriert zu haben |