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Der Film zum Fernsehen
Claus Strigel & Bertram Verhaag Dokumentarfilm/45 Minuten |
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"Wir kennen uns ja schon so lange, was sollen wir uns noch groß erzählen!? Da ist eben der Fernseher unsre Unterhaltung."
![]() "...sicher man wird phlegmatisch. Ich ziehe mich dann zurück, entferne mich immer weiter und gucke halt fern.... Ich falle eben immer wieder in das eine Stadium zurück, wo nur der Fernseher und ich da war."
![]() "Ich habe es versucht so einen weichen Entzug zu machen, also die Fernbedienung - den Knopf beherrschen. Ich habe gemerkt ich kann es nicht. Ich frage nicht mehr lange warum nicht, ich weiß nur eins: Für mich gibt es jetzt nur noch den harten Entzug: Die Kiste muß raus." " ...weil bei uns im Edeka, die machen um Zwölf zu. Genau um Zwölf ist aber das Familienduell zu Ende, also muß ich bis 14:30 warten bis die wieder aufmachen. Und in dieser Zeit kommt auch nichts, das ist für mich tote Zeit. Aber um halb drei kommt Alf. Also: Wann soll ich einkaufen?" |
Ein Film, der die Fernsehgeräte umpolt: Das "Fenster zur Welt" forscht seine Zuschauer aus, zappt sich durch Wohnzimmer,Küchen und Kinderzimmer, und läßt die Zuschauer von der frühen TV-Gymnastik bis zum nächtlichen Erotic-Film nicht aus den Augen. Da wird gebügelt, geturnt, getanzt und geschlafen, Hausaufgaben gemacht und aneinander vorbeigelebt, gezappt, geglotzt und die Zeit totgeschlagen. Die einen warten auf das Leben, die anderen auf den Tod. Und für all das stehen je nach Ausstattung 3 bis 30 Programme zur Verfügung. Wie ein Moloch hockt das TV-Gerät in der Ecke und saugt die Zeit der Zuschauer hinweg, um sie in Form von Einschaltquoten beim Sender abzuliefern. Die Dokumentation gibt intime Einblicke in die von Liebe, Haß und Abhängigkeit gekennzeichnete Beziehung zwischen Mensch und Fernsehgerät. Das Spektrum reicht von der vollendeten Hingabe über das zähe Ringen mit dem Gerät bis zum harten Entzug. Ein Medium, das Bereicherung versprach, wird als Droge zum "Abschalten" genutzt. Persönliche Erfahrungen des Tages werden allabendlich weggezappt, die Träume der Nacht im Frühstücksfernsehen ertränkt. Was Kommunikation versprach, brachte Isolation: Unterhaltung statt Unterhaltung. Der Traum von 2-Wege-Kommunikation und Bürgerbeteiligung auf den Kabelkanälen wird in Ratespielen und Gameshows realisiert: Jeder kann dabei sein, vorausgesetzt er versteht es, auf den Füßen zu pfeifen oder Briefmarken an ihrem Geruch zu erkennen. Das Fenster zur Welt verkommt zum Schlüsselloch der Voyeure an fremdem Leid. Die Nachricht hat den Wert ihrer Einschaltquote. Die Welt gerät zum Bordell grenzenloser Unterhaltungsgier. Der Zerstückelung durch den zappenden Konsumenten wird durch die Zerstückelung des Angebots vorgegriffen.
sich nach diesem Film nicht erzappt fühlt, dem ist nicht zu helfen. Bleiben Sie dran! |
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