| 50 Kilometer Stau hinter München. Stop-and-go auf allen Verkehrswegen im Rest der Republik. Vermehrt blutige Köpfe auf DDR-Kreuzungen. Chaos vor der schwankenden Inntalbrücke. Ozon-Warnung: Kinder und Greise bitte nicht bewegen. Die frische Luft meiden, denn was da frisch riecht, ätzt die Lunge. Häuserfassaden bröckeln, die Wälder sterben, Autoabgase schließen den CO2-Deckel über unseren Köpfen. Klimakata-strophe nennen wir das. Längst sind aus Fahrzeugen Stehzeuge geworden, längst sind die Autobahnen der größte Parkplatz der Republik, längst denken schon Kinder über die verdrängten Folgekosten nach, aber immer noch fordern wir "Freie Fahrt für freie Bürger". | Mit Vollgas in den Stau, durch
tote Wälder im ewigen Sommer? Das Auto als Suchtmittel. Autofahren
irrational wie jede andere Drogenabhängigkeit? Konsequent bis zum
letzten goldenen Schuß? MAMA PAPA AUTO:
Ein Film im Sinn assoziativer Collage-technik. Ein Essay ohne Worte, mit
O-Tönen natürlich, aber ohne erklärende Texte und natürlich
ohne erhobenen Zeigefinger. Die Hände bleiben am Steuer. ühnlich wie
ein Autofahrer erst im Stau stehend die Chance bekommt, über Sinn
und Unsinn dieser Bewegungsart nachzudenken, soll der Film Erfahrungen
vermitteln. Visuell, assoziativ. Ernst und zum Lachen. Realistisch und
absurd. Ein Film wie die ersten Worte vieler Kinder:
MAMA PAPA AUTO. Aus der Trilogie: Der Mensch und seine Sachen, ausgezeichnet mit dem Grimmepreis Spezial |