Sendetermin:
Montag 16.7.18 22:00
in LEBENSLINIEN

Irmgard und die Widerstandssocken
ein Film von Claus Strigel
Irmgard!

Als in ihrer geliebten Oberpfälzer Heimat 1985 die atomare Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf gebaut werden soll, ändert sich Irmgard Gietls beschauliches Leben radikal.
Mit ungeahnten Kräften kämpft sie gegen den Bau der umstrittenen Atomanlage.
Als strickende Rebellin ist sie auch in Japan bis heute Vorbild für die Gegner der dortigen WAA in Rokkasho, die nach 30 Jahren Bauzeit dieses Jahr hochgefahren werden soll. Und ihre „Widerstandssocken“ werden dort immer noch zu Motivationszwecken in Ehren gehalten.

Der Film erzählt von der Genese einer charmanten Rebellin.
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Irmgards Ansprache an das Japanische Volk

Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt.
Dieses Resümee war der heute 88-jährigen Irmgard Gietl nicht in die Wiege gelegt. Ganz im Gegenteil.
1929 geboren, ist ihre Jugend von Krieg und Hunger geprägt.
Irmgard ist Mitte 50, als ihr beschauliches Leben als Hausfrau endet: Ihre Skepsis gegen die geplante atomare Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf reißt sie in den Strudel des Widerstandes. Die bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen bringen Irmgard zu radikalem Umdenken. Für ihre Familie zu sorgen, heißt nun gegen die WAA zu kämpfen. Und doch bleibt sie zerrissen zwischen den traditionellen Anforderungen an eine gute Mutter und ihrem neuen Demonstranten-Leben am Bauzaun.

 

Nur ihrem Stricken bleibt sie treu: Die zigtausende von Socken, die sie bisher für Familie und Verwandtschaft strickte, sind nun als „Widerstandssocken“ für die Demonstranten bestimmt. Damit diese keine kalten Füße bekommen.
Die Zaunkämpfe sind Geschichte, die WAA wurde 1989 aufgegeben. Irmgards Engagement ist geblieben. „Sowas muss einem erst vor die Tür gesetzt werden, damit man aufwacht.“
Bis heute erreichen Irmgard Anfragen aus aller Welt. Speziell für die japanischen Anti-Atom-Aktivisten ist sie zur Ikone des bürgerlichen Widerstands geworden. In begründeten Fällen spendet sie – Widerstandssocken.

Drah für SPALTPROZESSE

Vor 30 Jahren: Bei den Dreharbeiten zu SPALTPROZESSE 1987


Mit:

Irmgard Gietl, Hans Schuierer, Wolfgang Nowak, Shigeki Kobayashi & Yuko Oki, Heidrun Schramm, und den Mittwochsstrickerinnen

Kamera:
Waldemar Hauschild
2.Kamera:
Martin Noweck
Ton
Marcus Gruber
Montage
Claus Strigel
Musik & Sounddesign
Wolfgang Neumann
Finishing
Jürgen Pertack
Recherchen
Masayo Oda, Katharina Ritter
Redaktion
Christian Baudissin
im Auftrag
Bayerischer Rundfunk
Produktion
DENKmal-Film Strigel GMBH